Eine Abtreibung ist für die werdenden Eltern nie eine leichte Entscheidung, sondern stellt sie vor allem auch ethisch vor ein großes Dilemma. Eine Abtreibung verhindert immer das Leben des Kindes, das eine Frau in sich trägt. Sie kommt infrage, wenn die Frau ungewollt schwanger ist oder wenn im Laufe der Schwangerschaft festgestellt wird, dass das Kind beispielsweise mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zur Welt kommen wird.

In diesem Artikel schreibe ich über die Voraussetzungen für eine Abtreibung.

In Deutschland ist eine Abtreibung nicht selten. 2014 haben sich insgesamt über 99.700 Frauen, bei denen eine Schwangerschaft festgestellt wurde, dazu entschieden, das Kind abzutreiben. Die meisten Abtreibungen wurden dabei in Frauenarztzentren und gynäkologischen Praxen durchgeführt. Nur rund 20 Prozent mussten hierfür ambulant oder stationär ein Krankenhaus aufsuchen.

Viele Fragen beeinflussen die Entscheidung

Erwägt eine Frau die Abtreibung des Kindes, wird sie mit vielen Fragen konfrontiert, die nicht nur medizinischer Natur sind. Im Zuge der Entscheidungsfindung müssen sich die Betroffenen auch mit ethischen und rechtlichen Themen auseinandersetzen. Obwohl in Deutschland der Schwangerschaftsabbruch rechtlich seit langem zulässig ist, sorgt er politisch und gesellschaftlich für enorme Diskussionen.

Aus moralischer Sicht erfolgen diese Debatten auch nicht grundlos, denn hier treffen zwei brisante Themen aufeinander.

Zum einen handelt es sich dabei um die Entscheidungsfreiheit der Frau und zum anderen um den Schutz, den eigentlich das ungeborene Kind unterliegt.

Weltweit wird mit dem Thema sehr unterschiedlich umgegangen. Es gibt Länder, die sich bewusst für eine liberale Vorgehensweise entschieden haben, in anderen gelten dagegen noch immer strenge Regelungen. Deutschland hat sich hier in erster Linie für den Mittelweg stark gemacht.

Bis wann kann ein Schwangerschaftsabbruch erfolgen

Möchte eine Frau eine ungewollte Schwangerschaft beenden, ist dies straffrei nur unter gewissen Voraussetzungen möglich. Dabei müssen die betroffenen Frauen wichtige Zeitspannen einhalten.

In Deutschland darf eine Abtreibung prinzipiell nur nach dem Beratungsmodell erfolgen.

Jede Frau muss vor dem Abbruch eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen. Diese ist nur an dafür zugelassenen Stellen möglich.

Grundsätzlich darf unter diesen Voraussetzungen der Abbruch innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Empfängnis erfolgen. Eine Abtreibung nach der 12. Schwangerschaftswoche ist nur erlaubt, wenn es dafür medizinische Gründe gibt.

Spätabtreibungen ab der 20. Woche sind beispielsweise bei erwarteten Behinderungen (wie etwa der Diagnose des Down-Syndrom) oder starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen möglich.

Wie erfolgt die Abtreibung?

Es gibt zwei Methoden, die für einen Schwangerschaftsabbruch infrage kommen. Für welche du dich entscheidest, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So spielen hier unter anderem das Alter der Frau, aber auch mögliche Vorerkrankungen eine Rolle.

Liegt der erste Tag der letzten Periode nicht mehr als 63 Tage zurück, ist oftmals ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch möglich. In diesem Fall wird auf den Wirkstoff Mifepriston zurückgegriffen.

Durch Mifepriston wird die Progesteron-Wirkung im Körper gehemmt. Progesteron ist ein wichtiges Hormon, das während der Schwangerschaft dafür sorgt, dass diese erhalten bleibt. Durch Mifepriston wird zudem der Muttermund weicher. Er beginnt daraufhin sich zu öffnen.

Neben diesem Wirkstoff bekommt die Frau innerhalb von 36 bis 48 Stunden in Form von Tabletten oder einem Zäpfchen einen weiteren Wirkstoff. Hierbei handelt es sich um Prostaglandine.

Prostaglandine wird nur unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Hierbei handelt es sich um Hormone, die die Wehen fördern. Sie sind letzten Endes dafür verantwortlich, dass die Fehlgeburt und damit der Schwangerschaftsabbruch ausgelöst werden.

Statistiken zeigen, dass der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch bei rund 95 Prozent der Frauen, die sich für diesen entscheiden, erfolgreich ist.

Es kann aber auch sein, dass es infolge der medikamentösen Behandlung nicht zu einem Abbruch der Schwangerschaft kommt oder das starke Blutungen die Folge sind. In diesem Fall ist die anschließende Kürettage unumgänglich.

Bei der Ausschabung werden noch vorhandene Reste des Schwangerschaftsmaterials aus der Gebärmutter entfernt. Um Gebärmutterschleimhaut und die Fruchtblase vollständig zu entfernen, wird während dieses Angriffs auf chirurgische Instrumente zurückgegriffen.

Noch immer wird der operative Schwangerschaftsabbruch recht häufig gewählt.

Bei diesem erhält die Frau entweder eine Vollnarkose oder der Muttermund wird örtlich betäubt. In den letzten Jahren setzte sich als bevorzugte Methode die Saugkürettage durch. Mit einem Röhrchen werden Gebärmutterschleimhaut und Embryo durch einen Saugvorgang entfernt. Einige Krankenhäuser wenden bei dem operativen Schwangerschaftsabbruch noch immer die Ausschabung an.

Eine Abtreibung ist nicht ohne Risiken

Bevor sich eine Frau für eine Abtreibung entscheidet, sollte ihr bewusst sein, dass dieser Eingriff nicht frei von Risiken ist.

Durch den Einsatz von chirurgischen Instrumenten kann die Uteruswand beschädigt werden.

Die daraus resultierenden Folgen reichen von Blutungen bis hin zu einem Schock. Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch hier zu Nachblutungen und gefährlichen Infektionen kommen.

Ärzte weisen zudem darauf hin, dass die Abtreibung Spätfolgen nach sich ziehen kann. Sowohl Sterilität als auch wiederkehrende Unterbauchschmerzen und Störungen im sexuellen Bereich werden hier als Spätfolgen genannt.

Eine Abtreibung kann aber nicht nur körperliche, sondern auch psychische Folgen haben, mit denen die Frauen teilweise lange zu kämpfen haben.

Es gibt Frauen, die eine Abtreibung nur schwer psychisch verarbeiten können. Sie leiden daraufhin unter Verlustängsten.

Oft plagen sie aber auch starke Schuldgefühle sowie schwere Depressionen.

Tauchen diese psychischen Belastungen auf, sollten sich Frauen Hilfe suchen. Sowohl ein Gespräch mit dem Lebenspartner als auch mit Verwandten kann helfen. Ist das nicht der Fall, sollte sie professionelle Hilfe bei einem Berater in Anspruch nehmen.

Welche Kosten entstehen durch den Schwangerschaftsabbruch?

Entscheidet sich eine Frau für einen Schwangerschaftsabbruch, muss sie in der Regel die Kosten dafür selbst stemmen. Meist entstehen hier Kosten zwischen 300 und 400 Euro.

In Deutschland sind Ausnahmen möglich, bei denen die Frau nicht selbst für den Abbruch bezahlen muss. Dies ist bei medizinischen Gründen ebenso der Fall wie bei einer Schwangerschaft, die infolge eines Strafdelikts entstanden ist. In beiden Fällen wird die Krankenkasse die Kosten bezahlen.

Nur wenn der Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch hin erfolgt, muss die Kostenübernahme selbst erfolgen.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist nie eine leichte Entscheidung – vor allem nicht für die Frau, die ihn wählt. Trotzdem müssen sich viele Betroffene in diesem Fall kritische Fragen und Blicke gefallen lassen.

Grundsätzlich hat sich auch der Gesetzgeber keiner leichten Aufgabe gestellt. Ihm ist es allerdings in Deutschland gelungen, einen Rahmen zu schaffen, in dem eine Abtreibung unter gewissen Umständen straffrei ist.

Denkst du über eine Abtreibung nach, solltest du unbedingt das Gespräch mit einem Arzt suchen und dich umfassend beraten lassen.

Hast du schon die Erfahrung eines Schwangerschaftsabbruchs machen müssen? Vielleicht hast du ja Lust etwas darüber zu erzählen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlassen würdest.